Krampfadern, warum, wieso?

Als Varizen werden krankhaft erweiterte Venen bezeichnet, die häufig mit einer Schlängelung und Knäuelung der betroffenen Venen einhergeht. Die häufigsten Ursachen sind eine familiäre Belastung, langes Stehen, Bewegungsmangel, Schwangerschaften, die Einnahme von Hormonpräparaten, Nikotinkonsum und zunehmendes Alter sowie nach tiefen Beinvenenthrombosen. Zu den häufigsten Beschwerden bei Krampfadern zählen die Schwellneigung der Beine, Spannungs- und Schweregefühl, müde Beine, nächtliche Muskelkrämpfe, Brennen und Jucken der Beine, Hitze- und Kältegefühl und als Spätkomplikation ein chronisches Ulcus cruris (= Geschwür). Eine frühzeitige bzw. rechtzeitige Behandlung kann schwerwiegende Veränderungen verhindern.

Diagnostik (Untersuchung):

Ausführliche Erhebung der Symptome und Risikofaktoren

Inspektion (Sehen):
Hautkolorit, Hautveränderungen (trophische Störungen)
Geschlängelte Oberflächenvenen mit sackartiger Erweiterung
Schwellung
Ulcera (Geschwüre)

Palpation (Fühlen):
Pulse der oberen und unteren Extremitäten
Thrombosezeichen
Schmerzhafter derber Venenstrang bei Entzündung (Thrombophlebitis)


Nicht invasive Untersuchungsmethoden:

Dopplersonographie


Mit Hilfe eine Ultraschallsonde wird die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes in den Arterien und Venen gemessen. Es können Engstellen in den Arterien und kaputte Klappen, die einen Rückfluss in den Venen ermöglichen geortet werden.


Farbkodierte Duplexsonographie

Diese Ultraschalluntersuchung ermöglicht die Durchgängigkeit der Venen, den Ausschluss einer tiefen Venenthrombose und einen Reflux  (Rückfluss) in den oberflächlichen Venen nachzuweisen.
In den Arterien können der Gefäßdurchmesser und Wandauflagerungen dargestellt werden.

Blutuntersuchungen (Labor)


Spezielle Laborparameter (D-Dimer) werden bei Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose und zur Bestätigung derselben bestimmt.

Andere dienen dazu, eine genetische Ursache und eine angeborene Störung von Gerinnungsfaktoren zu diagnostizieren.

Therapie:

Neben der Möglichkeit der Verödungstherapien stehen folgende operativen Maßnahmen zur Behandlung der Varizen zur Verfügung:
 

Klassische Venenoperation:


Hier wird in der Leiste die Stammvene (Vena saphena magna) durchtrennt und diese anschließend stadiengerecht entfernt (= Stripping). Über weitere kleinste Hautschnitte werden zusätzlich Seitenastvarizen entfernt und insuffiziente Perforansvenen (Sumpfvenen) unterbunden.

Den Transport des Blutes übersehen die restlichen vorhandenen Venen (ohnehin zu über 90% die tiefen Beinvenen) - also keine Angst vor Durchblutungsstörungen.

Radiofrequenzobliteration:


Dies ist ein Verfahren in dem in die zu behandelnde Vene ein Katheter eingeführt wird. Mit Hilfe eines Generators wird Radiofrequenzenergie erzeugt, die über die Katheterspitze an die Venenwand abgegeben wird, die sich  auf 60 – 100 Grad Celsius erhitzt. Durch die Erhitzung der Venenwand kommt es zur Schädigung der innersten Wandschicht (Endothel), zum Schrumpfen der kollagenen Fasern in der Venenwand und dadurch zum Verschluss der Vene. Diese wird dann vollständig vom Körper abgebaut. Diese Operationsmetode wird ambulant und völlig schmerzfrei bei uns in der Ordinationsgemeinschaft Venenzentrum Murtal durchgeführt.

Weiteres Procedere:

Individuelle Therapieplanung und Erstellen eines ausführlichen Arztbriefes und wenn notwendig Kooperation mit der Klinik bei geplanter Operation.